Saturday, March 15, 2008

Die Zeitungsente


Ein Fundstueck aus dem digitalisierten Nachschlagewerk "gefluegelter Worte". Ich habe nach was anderem gesucht und bin darauf gestossen. Hier das Zitat aus dem Woerterbuch von 1898 in seiner aeltlichen Sprache:



Für "Legende" braucht Luther "Lugenda" in seiner "Predigt am 25. Sonntag Anno 1537: "Sonderlich hat die Lugenda von den Wunderzeichen Franzisci ein Sack voll erlesener, grosser, schändlicher Lügen".



Später wurde aus Lugenda "Lügende" und "Lüg-Ente". In "Schelmuffskys Curiöser und sehr gefährlicher Reisebeschreibung zu Wasser und Lande" (1696) heisst es zu Anfang: "so wusste ich allmalen so eine artige Lüg-Ente vorzubringen". Daraus ist Ente für Zeitungslüge geworden.





Grimm jedoch sagt im "Wörterbuch": Man nennt eine in Zeitungen verbreitete, gleichsam fortschwimmende, wieder auftauchende Fabelo der Lüge heute gewöhnlich Ente; früher hiess es blaue Ente; blau ist nebelhaft, nichtig; einem etwas Blaues vormachen, blauen Dunst machen bedeutet vorlügen". Es folgen dann mehrere Belegstellen, wobei zu bemerken ist, dass auch im Französischen "canard" und im Spanischen "ánade" für Zeitungslüge gebraucht wird.



quak. soso. hier der link, da gibts sicher noch mehr.


Wednesday, March 5, 2008

Was war zuerst da... die Farbe orange oder die Frucht Orange?


Samson, baertige Hausmaus und Privatdetektiv

Aus irgendeinem Grund musste ich an Samson, die kaeseverrueckte Maus denken. "Oh nein!" Sowieso sind alle Filme geilo in denen die Phrase "Ich weiss, dass es verrueckt klingt, ABER..." vorkommt.



Vielleicht sind es die vielen Eichhoernchen, die hier rumhuepfen.

ReCension!

Ein neuer Track von Freunden, man kann sich sich das hier rein ziehen... Yo!

Thursday, February 28, 2008

Eine kurze Betrachtung der ‚Zeitzonik’

Für den modernen Jet-Set Menschen werden Begriffe wie Zeit und Raum relativ. Ich in Kanada, Jenny in China, Friedrich in den USA, die Heimatzeit und die, die in ihr leben, in Deutschland.

1. Grundlagen
1.1 Raum
In einem dunklen und lautlosen Raum kann keine Vorstellung darüber entstehen, welche Abmessungen selbiger hat. Ist er jedoch hell und geräuscherfüllt kann sich das Gehirn aus diesen Informationen eine Vorstellung machen, in welcher Umgebung sich sein(e) Besitzer(in) befindet.

1.2 Zeit
Im Gegensatz dazu verfügt das Hirn nicht über eine Art Zeitsinn. Was Zeit ist, ist seit Urzeiten Gegenstand wissenschaftlicher und philosophischer Überlegungen. Bis heute ist es nicht gelungen, das Phänomen zu begründen. Das menschliche Empfinden, das Zeit vergehe, entspricht nicht den physikalischen 'Erkenntnissen'. Dort vergeht Zeit nicht, sie stellt irgend was anderes dar. Der witzige und eigenartige Mensch bastelt sich einen Begriff.

2. Hat also jeder Ort seine eigene Zeit?
Sandford Fleming hätte widersprochen: Der Begriff verschiedener Ortszeiten ist physikalisch gesehen nicht korrekt: Wenn jeder Meridian seine eigene Zeit besässe, wie viele Zeiten würden dann an den beiden Polen koexistieren, an denen die Meridiane ja bekanntlich zusammenlaufen? Es kann eigentlich für diese Welt nur «eine» Zeit geben, und um diese ‚kosmische Zeit’ rang Fleming Jahrzehnte.

2.1 Unsere Zeit: eine neumodische Errungenschaft
Fleming war kanadischer Eisenbahndirektor und er kannte daher die Sorgen seiner Schaffner gut. Diese hatten ein immer weiter wachsendes Eisenbahn-Streckennetz zu verwalten. Auch Fleming selbst ärgerte sich darüber, umfangreiche Fahrplantabellen studieren zu müssen, nur weil jeder Bahnhof seine eigene Zeit hatte! Es war nämlich durchaus möglich, dass auf einem Bahnhof zwei Züge nebeneinander standen, deren jeweils 'eigene' Zeit (die sie im Zug 'transportiert' hatten) nicht der Ortszeit des Bahnhofs entsprach!!

3. Und Jetzt:
Flemings Einsatz ist es zu verdanken, dass sich im Oktober des Jahres 1894 eine internationale Kommission ‚Zeit für die Zeit’ nahm. Diese fasste den folgenreichen Beschluss, eine allgemein verbindliche Weltzeit einzuführen: Als Nullmeridian wurde der Längengrad der englischen Sternwarte in Greenwich festgelegt, ferner einigte man sich auf 24, jeweils um eine Stunde voneinander entfernte Zeitzonen. Seither beginnt der Welttag um Mitternacht am Meridian von Greenwich. Alle anderen Zeiten der Welt sind durch Flemings Bemühungen in einem verlässlichen +- Verhältnis zur GMT angegeben. Geilomat.

4. Happy Birthday!
Wenn Frank am „Mi., 12.03.08, 20 Uhr, im ‚Starbowl’ (ihre Bowling-Anlage mit Herz in Heidelberg) im Landfried-Komplex, neben der Nachtschicht“ seinen Geburtstag feiert, kann ich ihm und den anwesenden Hausballrotierern aus der Ferne Kanadas um 2:00 Uhr nachts die Daumen drücken. Geilomat hoch Zwei (Uhr)!!





Zur Einstimmung zum Kegeln (auch wenn es mal wieder bitter anzuschauen ist…)
ein Ausschnitt aus der Stromberg-Folge ‚Bowling’:

Friday, February 22, 2008

Chill Out

Runterkommen. Ruhig werden. Traeumen.

Hier ein paar sanfte Melodien aus Genre-Filmen der 60er, 70er und frühen 80er Jahre.
Fliessend, melancholisch, schön.
Fuer einsame Tage am Schreibtisch, vielleicht auch fuer romantische Abende zu zweit.

Track 1
Track 5
Track 14

Seidene Musik (.zip-Datei, 65MB):
Juergens Sleazy Chill Granaten

Thursday, February 21, 2008

Armut und Wortreichtum

Gestern in der Stadt gewesen. Einen abgerissenen Typen gesehen. Im Gespraech stellt sich raus, dass er eine 'novel' herausgeben moechte. Ein Blatt mit zwei von ihm verfassten Gedichten zum Spottpreis von einem Dollar erstanden.

Samuel Douglas:
Sorry Rain

Fleshy rain hangs
From bony fangs
Lieked off from
A sting stung rung
In butcher's bangs
Sorry refrains
Echoing within bullet range
Writing the sponge that
Starts again
to meet a ghost that cannot
Gain flesh licked clean
By sorry rain

Tuesday, February 19, 2008

Bilitis und die Arnolfini Hochzeit

Der ein oder andere mag vielleicht wissen, dass ich grosser Fan von Musik aus Filmen wie "Profondo Rosso", "Erotic Nights of the Living Dead", "Bilitis" und anderem Quatsch bin. Die Musik ist mit einem Wort wie 'sleazy' gut getroffen- Gratwanderung zwischen Kitsch und Kunst.

Da treib ich mich also im Weltnetz rum auf der Suche nach diesem einen Track aus Bilitis und mache eine Entdeckung, die sich gar nicht auf den Soundtrack, aber auf den 'sleaze' bezieht.

Der ganze Bilitis-Film atmet diese Atmosphaere aus Weichzeichner, Maedchenliebe und Fahrrad fahren im Sommer, was ja eigentlich kitschig ohne Ende ist, aber immer wieder wartet er mit ein paar Verweisen auf aesthetische Traditionen der bildenden Kunst auf, die man leicht uebersieht. Hier ein Beispiel, es ist ab Sekunde 45 im Bild:




Das Motiv, das hier zitiert wird stammt aus dem Gemaelde "Die Arnolfini-Hochzeit" des flämischen Malers Jan van Eyck. Es entstand 1434 in Brügge.

Die Darstellung des Spiegels erfuellt in der Kunstgeschichte eine ganz bestimmte Funktion. In seiner "Hochzeit des Giovanni Arnolfini" (1434) treibt Jan van Eyck dies auf die Spitze. Mehr dazu hier). Das ganze Bild:

Wer sich ein bisschen mit der Thematik beschaeftigt wird auch auf Michels Foucaults "Las Meninas" Aufsatz stossen und auf David Teniers "Erzherzog Leopold Wilhelm in seiner Gemäldegalerie in Brüssel"

Im weiteren Verlauf vielleicht auf Marc-Antoine Mathieus "Die Zeichnung"

...und wer sich an den blog Beitrag zu Dario Argentos "Profondo Rosso" und die Selbstreflexion im Glanz der metallenen Kugel erinnert, wird moeglicherweise sich selbst wieder erkennen :-)

Achja, noch was zu dem Hündchen, das im Arnolfini Bild spitzbübisch den Betrachter anschaut. Gleich zwei davon sind im untenstehende Bild zu sehen. Es trägt den Titel "Portrait of Lina Bilitis With Two Pekinese" (Giovanni Boldini, 1913). Zufall?





Never ending story... und noch jemand, der sich der Arnolfinis bemächtigt hat und sie zur Illustration des ewigen Hin und Her zwischen Mann und Frau nutzt. Hier also 'gender studies' im deutschen Intro zu 'Desperate Housewifes'. Gut beobachtet von Jenny!


Sunday, February 17, 2008

Wer kennt das nicht...?

Ein beliebter Anfangssatz schlechter Journalisten, die besorgt sind, dass ihr wichtiger Artikel vom potentiellen Leser ueberblaettert werden koennte, lautet: "Wer kennt das nicht... ?" - Geniale Idee, so fuehlen sich gleich alle angesprochen, denn schliesslich glaubt doch jeder zumindest etwas zu kennen.
Legitimiert durch diese Reflexion moechte auch ich heute damit beginnen:

Wer kennt das nicht... ? Man muss eine Sache erledigen, doch weil die Aufgabe 'nicht die fesselndste' ist, laesst man sich ablenken. In der library funktioniert das auch prima. Untenstehend ein clip dazu. (Dass die 6min, bis die Grille eine Loesung des Problems findet, durchaus nervig anzusehen sind, liegt wohl schon im Thema angelegt.)

Thursday, February 14, 2008

Einkaufen in Kanada

Gerade war ich einkaufen und habe extra den Fotoapparat mitgenommen. Komm mit auf eine Minitour durch den 'food basics' Supermarkt, Kingston, Ontario, Kanada! Zuerst hab ich den Einkaufswagen durch den Getränkegang geschoben:

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Tatsächlich gibt’s hier auch Wein, ohne Alkohol allerdings. Den sollen die mal schön selber trinken. Kein Zufall, dass die Limo grad daneben steht. Wein ohne Alkohol? Ist das dann wieder Traubensaft? Mmmh. Ich hab den Wagen weiter geschoben, bis ich zum Gewürzregal gekommen bin:

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Sowohl das karibische Kürripuder als auch meinen würzigen Namensvetter hab ich in den Einkaufswagen gelegt. Das aber schon bei einem früheren Einkauf. Ich setze diese Gewürze nur sehr sparsam ein, sie schmecken ‚gewöhnungsbedürftig’. Das Kürri hat so einen bananigen Beigeschmack, das Jerk Seasoning schmeckt wie geräucherter Lebkuchen, der in eine Mischung aus Rotwein und Fleischbrühe getunkt wurde... not my cup of tea. Überhaupt... Jerk Seasoning... wer weiss, woraus das gemacht wird? Wer will es wissen? Anyway... direkt neben den Gewürzen standen die Konservendosen:


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Kannst Du’s lesen? Die Kontrabassbohne sagt: „Get ready to listen“, die lila Bohne: “Eat & Music will follow.” Na, wenn das mal kein Versprechen ist. Wie die Fernsehwerbung für dieses Produkt wohl aussieht? Nett auch: die Dose ‚9th Symphony’ zu nennen. Will da etwa jemand unseren Beethoven verarschen? Diese Dosen blieben im Laden. Die Katastrophe mit den Gewürzen aus dem Weglass-Regal hat mich vorsichtig werden lassen. (Und es ist ja geradezu Verschwendung, erst gezielt das Essen zu würzen, danach aber unkontrolliert das selbe mit seiner Umgebung zu tun.) Gerade höre ich übrigens Gnarls Barkley. Ischs besser.

Hier im Bild: Ich und das Getränk für den trendigen Deppski (canadisch: ‚Full Throttle’). Ich hab mal ne Dose mitgenommen. Fazit: Dumm schmeckt gut!!

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Als mein Wagen mit diesen und anderen Exotika gefüllt war, bin ich heim. Schon auf dem Weg: voll der Hunger, was essen? Dann, angekommen in der Mansarde die Frage, was isst man typischerweise in Kingston? Na, ist doch klar... die unsterblichen Zeilen eines weltberühmten Sohnes der Stadt sind mir eingefallen. Bob Marley macht immer gute Stimmung! Und schließlich heisse ich ja auch 'Georgie', also schnell, die cornmeal porridge Dose aus der Tüüüte! Willsch auch was ab? Bei der Zubereitung hab ich gesungen.

No Woman, no cry...

"Said said said I remember when we used to sit
in the government yard in Trenchtown.
And then Georgie (das bin ich!!) would make the fire lights
I say our love was burning through the nights yea
And we would cook cornmeal porridge
I say of which I'll share with you... (YOU!!)

Ich hoffe, es hat Dir geschmeckt! Es ist auch noch was da, falls Du'n Nachschlag willscht. "Soweit für heit", in die digitale Ferne singe ich noch ein paar Zeilen von Bob Marley:

"My feet is my only carriage so I've got to push on through.
But while I'm gone

Ev'rything's gonna be allright
Ev'rything's gonna be allright
Ev'rything's gonna be allright now
Ev'rything's gonna be allright
... ."


Sunday, February 10, 2008

Bilder einer Ausstellung

Gestern war ich auf einer schoenen Vernissage, wo Fotos ausgestellt wurden. Von denen habe ich mich inspirieren lassen und Fotos von den Fotos gemacht, die nun hier ausgestellt werden sollen. Willkommen also zur digitalen Vernissage! Sekt gibts keinen, aber falls sich jemand doch ein Piccolo Flaeschchen dazu oeffnen moechte, ich warte so lange und sage dann..."Wohl bekomms."

odd man out
Bild 1. "Odd man out.... Wo hat sich das Nicht Bild versteckt?"

guy needs a drink

Bild 2. "Guy needs a drink, hm?"

wasser undkristall


Bild 3. Achtung> arty farty: "Ohne Titel"

Und nun, das ganze als Film? Ich rate vor dem Anschauen kurz inne zu halten, und sich auf die Gefuehle, die sich bisher beim "Gang" durch die Ausstellung eingestellt haben, zu besinnen -sie werden nach dem Anschauen des Videos naemlich nicht mehr da , zumindest nie mehr dieselben sein.
Im Video unten passiert nichts Ungewoehnliches, tatsaechlich ist es so aussagelos und verwackelt, dass es eigentlich nicht wert waere, gepostet zu werden. Aber da an dieser Stelle gezeigt werden kann, wie sich das Medium 'Video' der Wahrnehmung und der Erinnerung bemaechtigt, poste ich es hier. Also... take a deep click.



Ein Minifilm nur, aber: Wer sich nun die Fotos oben noch einmal anschaut, wird nicht umhin koennen, sie mit den im Video gesehen Klaengen und Raumeindruecken in Verbindung zu bringen. Ich zumindest stelle fest, dass sich zwischen die, zuvor im Geiste 'still' angeschauten, Fotos nun eine medial vermittelte Eindruckswand geschoben hat.
Die Betrachtungsrealitaet hat sich veraendert, die Bilder haben ihre 'Unschuld' verloren.
Um diesen Verlust der Unschuld -und damit um die Schuld des Mediums 'Videos'- geht es in David Lynchs "Lost Highway". Meine Lieblingsstelle ist daher die, wenn Fred auf die Frage antwortet, warum er keine Videokamera habe. Er sagt:

"I like to remember things my own way - not necessarily the way they happened."

- Fred Madison (Bill Pullman) in Lost Highway

Hier der Trailer, in dem auch der oben zitierte Satz faellt. Nach dem Schauen kann man natuerlich die Fotos erneut betrachten, wieder mit einem anderen Bewusstsein. Aber was ist dann 'real'?



Sunday, February 3, 2008

Freiluftgemaelde

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Die Natur. Hier offenbart sie sich von einer Seite, die trotz der Lebensfeindlichkeit der eisigen Darstellung das aesthetische Empfinden anspricht. Aes-the-tisch...Essen und Teetische, Essen von Stehtischen, Halt! heisse Wurst und dazu Pommis und Ketschapp. Jaaaaa. Und wenn der Schnee mal gelb ist, dann war das halt der Sempf.

Hoehlengleichnis

Zeitlosigkeit- jeden Tag
wird sie schlimmer
Aus 'eben grad'
wird so leicht ein 'schon immer'

Der Teppich, die Regale
geschuetztes Wohnzimmer
Abstraktion - verbale
Schablone, Dimmer


Eisblumen wachsen
Schnee faellt vor dem Fenster
Die Tage graue Spatzen
die Naeechte Gespenster


Der Gang nach draussen
lohnt nimmer.













Friday, February 1, 2008

Tuesday, January 29, 2008

Von Rigid Rajun, Young Joerg und anderen

...mal wieder Vorstellungsrunde, heute im 'speak up'-club. Anwesend: 2 kanadische Volunteers und ca. 15 'Non-native speakers'.

Zum gegenseitigen Kennenlernen und zum Üben, wie man vor anderen spricht, soll jede(r) mal aufstehen, seinen Namen nennen und ein Adjektiv, das mit dem selben Buchstaben beginnt und gut zur Persönlichkeit passt. Nach 'Crazy Caroline', 'Rigid Rajun', 'Boisterous Bob', 'Young Joerg' und anderen steht Karla auf. "Hello, I'm Karla, äh....", sie ringt nach Worten, ihr fällt einfach kein passendes Adjektiv ein, das mit K beginnt.

Stille, alle grübeln mit. Da ruft Rigid Rajun, als habe er eine Eingebung gehabt, in die Runde: "KINKY! Kinky Karla!"
- Oh, you wouldn't say that... .
"It just came to my mind, I don't know what this word means."
- Well, hm, actually, it means..., hm, it's okay in this context but... you shouldn'nt use it elsewhere.

Wir haben uns dann auf 'kind Karla' geeinigt, aber man weiß ja wie das ist, sobald so ein Name erstmal gefallen ist, ist es schwer, die implizierte Vorstellung durch eine andere, neue zu ersetzen... . Ich finde: ein Hoch auf 'Kinky Karla' und 'Rigid Rajun'!

Von 'Booby Bob' ganz zu schweigen.

Thursday, January 24, 2008

...

... fotos durchclicken, immer die gleiche darstellung, digicam, keine tiefenschärfe, mal blitz, mal ohne, schnell einen comment drunter schreiben, mouse loslassen, drei vier worte, weiter, fotos durchclicken, manchmal schauen, kurz nach unten scrollen, hat jemand comment gemacht, ne, clicken weiter. Dann ein foto von mir. Endlich mal was interessantes. Wie steh ich da, seh ich auch aus wie die anderen, pass ich rein, hoffentlich. Wer ist das. Wer ist da getagt? Hä, die? Die sieht aber auf dem foto ganz anders aus als in echt, log out, click switch, my friends, scrollscroll, thumbs für den überblick, writings on the wall, auch mal schnell was schreiben, einen comment da lassen, weiter, zurück zu dem gruppenfoto, wer is da noch drauf, mal anclicken, durchscrollen, und wieder ich, wie seh ich aus, bin ich gut getroffen? Endlich mal was interessantes. Previous, next, da wieder das foto von mir, da hab ich so fette unterarme, mmh, aber da seh ich besser aus, cool, wie in echt, wie die in der werbung die coolen, oha, sieht das geil aus, als ob voll die megastimmung gewesen wär, geil, previous, hm, die girls und ich, da hat jason die tina im arm, next, ah, da beim rumstehn, oh, da sieht tom lustig aus. Comment. Ah, verschrieben, backspace, backspace, so return, weiter. Scroll, next, und wieder das foto von mir, next, hm, previous, irgendwie seh ich da komisch aus, next, comment, oh, mal schauen, ob mails angekommen sind. Outlook, wiki, scroll. Zurück. Das foto von mir. Ich schneid mich aus, es wird mein profilbild. Sieht geil aus, ha.

Wednesday, January 23, 2008

Höhlengleichnis 2008

Gefesselt an den hölzernen Stuhl
auf Höhe Ground 4, Regal 17b/2
nicht den Vögeln, die draußen frei fliegen
aber den Schatten, die sie werfen aufs Blatt
fasziniert folgen.

Nachts, die Sterne,
und
der Vollmond
lässt das Schneefeld blau leuchten.

Ich, endlich sprachlos,
stehe davor.

Sunday, January 20, 2008

Heute ist wunderbares Wetter. Ich werde einen Spaziergang am See machen.





Der alte Weiher


Ein Frosch springt hinein


Oh! Das Geräusch des Wassers.

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Die Vorbereitungen für das german grammar Tutorial morgen, wo ich ja Teaching Assistant bin, habe ich jetzt abgeschlossen.

Später kehre ich in die Bibliothek zurück, um noch ein bisschen an der Masterarbeit zu feilen. Das ist jetzt richtig schön, etwas in der Hand zu haben, nach so langer und Hirn zermarternder Arbeit. Aber es hat sich gelohnt. JungeJunge, was ich alles gelernt hab in dem Jahr.

Party on - aber der Eindruck täuscht - ich war gar nicht blau

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Saturday, January 19, 2008

Betreff: Inititativbewerbung!

Sehr geehrte Frau Holle,
herzlichen Dank, dass Sie dem Vorschlag, einen Blick in meinen Blog zu werfen gefolgt sind. Auf dem untenstehenden Fotos sehen Sie mich bei der Morgengymnastik.
Wie ich in dem Ihnen vorliegenden Brief bereits geschrieben habe, habe ich von der freigewordenen Stelle im Schneemanagement durch eine Erzählung in der Sammlung der 'Grimmschen Märchen' gelesen. Nun, ich denke, dass ich diese Stelle gut besetzen könnte. Der Umgang mit Schnee, aber auch mit anderen Kaltwettererscheinungen wie Frost und Eis ist für mich zur täglichen Routine geworden, was Sie auch den anderen Bilddokumenten, wie dem angefügten Video (dem ich scherzhaft den Titel 'Eiskaltes Herz' gegeben habe) entnehmen können.
Über einen positiven Bescheid und baldigen Jobantritt würde ich mich freuen und verbleibe mit herzlichen Grüßen,
Ihr Joerg Hartmann.


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Friday, January 18, 2008

Take it easy, altes Haus!

Es wurde nach Bildern aus meinem Alltag gefragt. Ich bin dem nachgekommen und habe das Bild von der Bib und das von dem Muffin gepostet. Bilder des Alltags: mein Arbeitsplatz, an dem ich täglich sitze und die Nahrung, die ich täglich zu mir nehmen.
Bei genauerer Überlegung ist ein Alltag in der Fremde aber gar nicht möglich. Und daraus besteht ja der Witz der Reise: dem Alltag zu 'entfliehen', das Gewohnte zu verlassen, Neues zu erleben.
Dass ein längerer Aufenthalt fernab der Heimat jedoch kein bloßes Zuckerschlecken ist, wird mir nicht nur jeder, der selbst eine Zeit lang fremd gewesen ist, sondern auch die In-der-Heimat-allein-gelassenen bestätigen.
Ich möchte heute allen, die sich in einer solchen Situation befinden, etwas zurufen: "Leute, verzagt nicht! Für uns hält das Leben auch Trost bereit! Man ist für ihn empfänglich, sobald man einen gewissen Punkt überschritten hat und einfach nur noch laut lachen kann. Ab dann gilt:

Wednesday, January 16, 2008

Ein einsamer Handschuh

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Er zeigt in Richtung Treppe. Ein Hinweis? Von wem? Möglicherweise für mich bestimmt? Was tun? Dem Irsinn nachgeben, dem Zeichen folgen oder -vernünftigerweise- daran vorbei gehen?

Das Eichhörnchen heißt Marianne und ist eigentlich aus Deutschland.

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Die dunkle Fellfarbe ist lediglich eine Tönung aus dem DM Markt im Famila Center Heidelberg/Rohrbach. Glaube ich zumindest, denn so ganz genau habe ich Marianne nicht verstanden. Nunja, es hat mich auf jeden Fall gefreut, jemanden aus der Heimat hier zu treffen. Außerdem hat Marianne mich eingeladen, heute abend mit ihr und ein paar Kollegen aus der Nagerkolonie unter der Platane bei der Bib einige echt harte Nüsse zu knacken. Das ist doch nett, oder? Also, ich werde da sein.

Sunday, January 13, 2008

Bilder des Alltags: Fruit Explosion!

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Man könnte Wort verlieren über die synästhetische Metaphorik dieses unter dem Namen "Fruit Explosion" verkauften Muffins, aber kein Text der Welt kann das sinnliche Vergnügen ersetzen, das Dich beim Reinbeißen in dieses Gebäckstück überwältigt. Altaaaaaa!!
Schöne Bilder (!) für ein solches Geschmackserlebnis zeigt der auch sonst luschdige Disney Film "Ratatouille" - mein Tip für alle außerhalb Kanadas, die ja sonst nichts zu lachen haben, denn soweit ich weiß, wird die "Fruit Explosion" ausschließlich hier verkauft.

Saturday, January 12, 2008

Profondo Rosso oder: "Kein Thrillerkino ist erotischer als das italienische"

Profondo Rosso, Italien 1975, Regie: Dario Argento. Darsteller:
David Hemmings, Daria Nicolodi e.a. Musik: Goblin.
Ja, ich hab mich hinreißen lassen zu bloggen. Was solls. Hier also das Intro eines schrecklich schönen Films [und, so füge ich später hinzu, ich habe mich auch dazu hinreißen lassen, eine kurze Analyse zu verfassen]. Zu sehen ist die Eingangssequenz von 'Profondo Rosso', einem Film mit dem Dario Argento das Genre des Giallo-Splatters neu definierte. Alle thematischen und stilistischen Elemente, die diese Gruppe italienischer Krimis der 60er und 70er Jahre ausmachen sind in dem kurzen Stück angedeutet.

Analyse der Eingangssequenz:

Beschreibung Teil I: Kinderzimmer/Schreckenskammer?
Der intime Blick der Kamera, mechanisches Auge, das vom Zuschauer als eigenes akzeptiert wird, fährt in zärtlicher Betrachtung eine Reihe von Gegenständen ab. Zu sehen: eine Puppenwiege, plötzlich gewaltsam umgestossen von einer auf sie geworfenen Kugel. Woher kommt sie? Wer warf sie? Warum? Eine Voodoo Puppe, eine Kinderzeichnung, die -Irritation- eine erstochene Frau zeigt, dann die inzwischen zur Ruhe gekommene Kugel, reflektierend metallisch, in dieser Eigenschaft hinüberleitend zum Messing einer indischen Götterstatue und weiter gleitend über geflochtene Wollfäden.

Interpretation Teil I: Ästhetizismus und Selbstreflexion
Die eingangs verwendete Einstellungsgröße der Detailaufnahme verwehrt dem Zuschauer den Blick auf das Ganze, dies ein typisches Mittel um Spannung zu erzeugen, effektiv, aber nichts Neues. Gleichzeitig jedoch erfolgt mit dieser, für die Handlung nicht notwendigen Fokussierung auf ästhetische Details eine Zelebration der Faszination Kino, seiner Farben und Formen. Die nun folgende Kamerafahrt vollführt ein luxuriöses Schwelgen im L`art pour l`art par, die Gegenstände scheinen lediglich um ihrer selbst willen da.
Bis dahin: keine Handlung im Film. Trotzdem provoziert die Kamerafahrt die Konstruktion einer Story im Hinterkopf des Zuschauers. Zusammenhänge werden anhand ausgelöster Assoziationen gedacht, überprüft, verworfen, neu konstruiert. Orientierung über den Sinn des Gezeigten wird gesucht. In welchem größeren Raum stehen die Gegenstände? Wo befinde ich mich, warum sieht mein Auge, was es sieht? Was ist um mich herum? Die Makroeinstellung der Kamera verrät nichts. Die Auslegungsarbeit des Hirns aber ist in vollem Gange. Kindheit-Gewalt-Exotismus. Ein Gefühl wird induziert, vage Vermutung in welche Richtung der Film gehen könnte, aber weit davon entfernt, benannt werden zu können.
Was hat es nun mit Kugel und Zopf auf sich? Ich glaube, diese beiden Gegenstände gehören dem zur Schau gestellten selbstreflexiven Moment des Kinos an. Im Glanz der metallenen Kugel müsste sich bei genauerer Betrachtung die Kamera widerspiegeln, die Kamera, das Auge des Zuschauers, der gemeinsam mit der Kugel in die Welt des Films geworfen wurde. Ähnlich, der Zopf: er steht allegorisch für die kognitive Leistung des Rezipienten Handlungszusammenhänge aus symbolisch aufgeladenen Einzelgegenständen zu konstruieren. Dieser, metaphorisch als 'Verflechtung' bezeichnete Vorgang findet im Zopf sein konkretes Bild.

Zur Murmel. Ich kenne die kunstgeschichtliche Tradition ihrer Verwendung als Motiv nicht, nehme aber an, dass es eine solche gibt und dass diese in Zusammenhang mit Ästhetizismus, Art deko, vielleicht Barock steht. Ein Gegenstand erlesener Schönheit, deren Sinn sich im Spiel erfüllt, Zeitvertreib für unbeschwerte Kindheit oder Luxus einer Gesellschaftschicht, die nicht dem kapitalistischen Diktat unterworfen ist.

Beschreibung Teil II: Inszenierung des Stars
Und dann setzt die Handlung ein. Die Hand-lung, wieder konkrete Darstellung der, wie soll man es sagen? dramaturgischen Metapher? der filmischen Erzählung? Eine schwarz behandschuhte Hand greift nach einer nackten Puppe, entfernt sie aus dem Blickfeld, unbeirrt von diesem Ein-Griff schwebt die Kamera weiter, eine verstümmelte Teufelsfigur, der ein Auge fehlt ist zu sehen, dann wieder Murmeln. Die Musik, über die hier bisher noch nicht geschrieben wurde markiert in ihrem nun ansetzenden crescendo den vorläufigen Höhepunkt: Der Höhepunkt: Ein sich in den Blick des Zuschauers schiebendes Messer, blitzende Klinge, sich reflexartig verkleinernde Pupille. Dann die Inszenierung des Stars, unter der Lupe und somit in Bildschirm füllender Großaufnahme, näher kann die Kamera nicht ran, ohne sich die Nase zu stoßen, das Messer!

Interpretation II: Die Erotik des Messers
Die visuelle und akustische Stilisierung, die Fetischisierung des phallischen Gegenstands, der Hieb- und Stichwaffe 'Springmesser' in Worte zu fassen, müsste im schimmernden Modus galanter Lyrik erfolgen.
Oder, wie Christian Keller es in seinem Genre-Überblick auf den Punkt bringt "Kein Thrillerkino ist erotischer als das italienische". http://christiankessler.de/giallo1a.html.
Die Kamerafahrt wird nicht unterbrochen , der Blick schweift über ein neben diesem Messer liegendes weiteres, gleicher Bauweise, doch deutlich kleiner und in die entgegengesetzte Richtung weisend. Pfeilartiges Hinweissschild, das die Assoziation: 'Schnitt' weckt und die sich, ehe solches gedacht, wird im Cut! auf die Nahaufnahme eines Auges umgesetzt sieht. Man denkt an Bunuel, Dali den andalusischen Hund, doch was zum Auge geführt wird ist Kosmetik, ein Kajalstift. Das eben noch gezeigte Messer, das Stiletto, die Waffe einer Frau? Oder wieder selbstreflexive Betonung, Unterstreichung des kinematographischen Blicks?
Fazit: Destillierte Essenz als abschließender Kommentar
Das Intro beschreibt die Poetologie des Giallo-Krimis und verwendet dazu Bilder, die stellvertretend für die typische Handlung dieser Exploitationfilme stehen. Typische Handlung: ein in der Kindheit traumatisierter Mörder treibt sein Unwesen indem er, schwarz behandschuht, mit langen Messern attraktive Frauen ersticht, was eine detektivische Verfolgungjagd auslöst, die nach Aufdröselung eines vertrackten Plots am Ende einen Täter präsentiert, auf den man 'im lewe net' gekommen wäre. Doch irgendwann heißt es "...die Polizei begreift das auch" (Zitat von '2Strong', einer deutschen Rapgruppe der 90er, die die Eingangsmusik als Sample für eines ihrer Lieder verwendet hat). Die Krimihandlung ist dabei nur ein Teil des Vergnügens, denn in die Ausgefeiltheit der formalen Aspekte wird viel Mühe gesteckt, wie das Intro selbstreflexiv vorführt.
Dario Argento dreht diese Sequenz 1975, also knapp zehn Jahre nach dem Entstehen des Giallo-Genres, als dessen Begründer Mario Bavas 'Blutige Seide' 1963 angesehen wird. Die Konventionen hatten sich bereits soweit gefestigt, dass Argento ein Überblick über das stilistisch-thematische Arsenal einer, viele Einzelfilme umfassenden Gruppe von Filmen, in dieser kurzen, mit einfachsten filmischen Mitteln realisierten Sequenz gelingen konnte. Das Intro als Fazit, destillierte Essenz als abschließender Kommentar zu einem ganzen Genre. Was aber bleibt nun dem eigentlichen Film zu zeigen übrig?

Thursday, January 10, 2008

Joerg Maynard... wer war Joerg Maynard



...eine weitere Kurzreportage aus Kingston in der Tradition der One-Reeler, kein Schnitt, keine Story, das vorgefundene als das gezeigte. Keine Zeit für Montage, Hintergrundmusik, Dramaturgie. Die See, aufgewühlt, ruppig, Wellen schlagen auf das betonierte Ufer ein, zerbrochene Platten, Wasteland, undefinierter Grenzbereich. Gischt spritzt ins Gesicht, eiskalt, rote Bäckchen. Der Trick ist, sich das Leben nicht vom Wetter diktieren zu lassen. Selbst rufen, "es ist kalt, meine Mauken frieren ab!" und in der Beschreibung Herr werden. Lange Unterwäsche, astronautenartige Vermummung, Moonboots, oder, wie man in Zuze sagt: "Monnbotts". Das Raue als Anlass Lyrik zu verfassen, den Kontrast herzustellen, besser, die Synthese zwischen sturmgepeitschter See und gefährdetem Leben im zerbrechlichem Wortgebilde zu schaffen, greifbar nahe, doch auch hier: keine Zeit, die Idee im Text real werden zu lassen. Diese Prosa, Fließtext, rinnender Sand im Eierglas des Lebens, hilfloser Versuch, das doch geschriebene, hier zu lesende, paradox werden zu lassen. Und für den, der noch mehr Lebenszeit zu investieren vermag, die schöne, wie ein Drehbuch wirkende und ganz in der Nähe von Kingston angesiedelte Ballade von Theodor Fontane über und in der Hauptrolle mit John Maynard.

John Maynard

John Maynard!
"Wer ist John Maynard?"
"John Maynard war unser Steuermann,
Aus hielt er, bis er das Ufer gewann,
Er hat uns gerettet, er trägt die Kron',
Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard."

Die "Schwalbe" fliegt über den Erie-See,
Gischt schäumt um den Bug wie Flocken von Schnee;
Von Detroit fliegt sie nach Buffalo -
Die Herzen aber sind frei und froh,
Und die Passagiere mit Kindern und Fraun
Im Dämmerlicht schon das Ufer schaun,
Und plaudernd an John Maynard heran
Tritt alles: "Wie weit noch, Steuermann?"
Der schaut nach vorn und schaut in die Rund:
"Noch dreißig Minuten ... Halbe Stund."

Alle Herzen sind froh, alle Herzen sind frei -
Da klingt's aus dem Schiffsraum her wie Schrei,
"Feuer!" war es, was da klang,
Ein Qualm aus Kajüt und Luke drang,
Ein Qualm, dann Flammen lichterloh,
Und noch zwanzig Minuten bis Buffalo.

Und die Passagiere, bunt gemengt,
Am Bugspriet stehn sie zusammengedrängt,
Am Bugspriet vorn ist noch Luft und Licht,
Am Steuer aber lagert sich´s dicht,
Und ein Jammern wird laut: "Wo sind wir? wo?"
Und noch fünfzehn Minuten bis Buffalo. -

Der Zugwind wächst, doch die Qualmwolke steht,
Der Kapitän nach dem Steuer späht,
Er sieht nicht mehr seinen Steuermann,
Aber durchs Sprachrohr fragt er an:
"Noch da, John Maynard?"
"Ja,Herr. Ich bin."


"Auf den Strand! In die Brandung!"
"Ich halte drauf hin."
Und das Schiffsvolk jubelt: "Halt aus! Hallo!"
Und noch zehn Minuten bis Buffalo. - -

"Noch da, John Maynard?" Und Antwort schallt's
Mit ersterbender Stimme: "Ja, Herr, ich halt's!"
Und in die Brandung, was Klippe, was Stein,
Jagt er die "Schwalbe" mitten hinein.
Soll Rettung kommen, so kommt sie nur so.
Rettung: der Strand von Buffalo!

Das Schiff geborsten. Das Feuer verschwelt.
Gerettet alle. Nur einer fehlt!

Alle Glocken gehn; ihre Töne schwell'n
Himmelan aus Kirchen und Kapell'n,
Ein Klingen und Läuten, sonst schweigt die Stadt,
Ein Dienst nur, den sie heute hat:
Zehntausend folgen oder mehr,
Und kein Aug' im Zuge, das tränenleer.

Sie lassen den Sarg in Blumen hinab,
Mit Blumen schließen sie das Grab,
Und mit goldner Schrift in den Marmorstein
Schreibt die Stadt ihren Dankspruch ein:
"Hier ruht John Maynard! In Qualm und Brand
Hielt er das Steuer fest in der Hand,
Er hat uns gerettet, er trägt die Kron,
Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard."

lebendes fossil im fusseligen leben

...aufgenommen in der Waschküche im Keller meines viktorianischen Manors. Zu sehen: die Decke. Ich frage mich nicht, woher die vielen Fussel kommen, die Quelle ist eindeutig der altmodische Wäschetrockner in der Ecke links (nicht auf dem Foto). Ich frage mich aber, seit wann die Befusselung der Decke statt findet. Ein archäologisches Interesse ist geweckt, sollte ich eine Pinzette kaufen? Ausgrabungen beginnen, die den gestreckten Hals, nicht den zur Erde gekrümmtem Rücken fordern? Was befindet sich hinter (hier: über, nicht unter) der Wolkendecke grauer Flausen? Gemälde der Queen? Gar Inuit-Inschrift? Himmelsbetrachtung als Weg, die Vergangenheit zu entdecken, aktueller denn je, gerade jetzt, wo die Zukunft des Hubble Teleskops in den Sternen steht. Photobucket

Wer jetzt errät mit welchem Kraftstoff diese Rollfriteuse fährt dem spendiere ich eine Portion Pommes Schranke

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Mein Arbeitsplatz oder: noch zu lesende Bücher

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Tuesday, January 8, 2008

Thursday, January 3, 2008

Kingston... im Sommer


und so pittoresk solls hier im Sommer aussehen. Im Moment gebaerdet sich das Gesicht der Stadt aber ganz anders, soviel Weiss als waer der Farbdrucker kaputt. Hier ist kalt und Schnee... aber sowas von! -22 grad, 20 cm Schnee. Klimawandel? Ozonloch? Ich mein Hallo...gehts noch? Trotz allem gibt es Salat und Obst im 24/7 Markt, das Ueberleben scheint gesichert. Ach ja, naechste Woche soll es 12 Grad werden...plus. Klimawandel? Ozonloch? Ich mein Hallo...gehts noch?