Saturday, March 15, 2008

Die Zeitungsente


Ein Fundstueck aus dem digitalisierten Nachschlagewerk "gefluegelter Worte". Ich habe nach was anderem gesucht und bin darauf gestossen. Hier das Zitat aus dem Woerterbuch von 1898 in seiner aeltlichen Sprache:



Für "Legende" braucht Luther "Lugenda" in seiner "Predigt am 25. Sonntag Anno 1537: "Sonderlich hat die Lugenda von den Wunderzeichen Franzisci ein Sack voll erlesener, grosser, schändlicher Lügen".



Später wurde aus Lugenda "Lügende" und "Lüg-Ente". In "Schelmuffskys Curiöser und sehr gefährlicher Reisebeschreibung zu Wasser und Lande" (1696) heisst es zu Anfang: "so wusste ich allmalen so eine artige Lüg-Ente vorzubringen". Daraus ist Ente für Zeitungslüge geworden.





Grimm jedoch sagt im "Wörterbuch": Man nennt eine in Zeitungen verbreitete, gleichsam fortschwimmende, wieder auftauchende Fabelo der Lüge heute gewöhnlich Ente; früher hiess es blaue Ente; blau ist nebelhaft, nichtig; einem etwas Blaues vormachen, blauen Dunst machen bedeutet vorlügen". Es folgen dann mehrere Belegstellen, wobei zu bemerken ist, dass auch im Französischen "canard" und im Spanischen "ánade" für Zeitungslüge gebraucht wird.



quak. soso. hier der link, da gibts sicher noch mehr.


1 comment:

DaJenMop said...

Hey eine Polente :)