...mal wieder Vorstellungsrunde, heute im 'speak up'-club. Anwesend: 2 kanadische Volunteers und ca. 15 'Non-native speakers'.
Zum gegenseitigen Kennenlernen und zum Üben, wie man vor anderen spricht, soll jede(r) mal aufstehen, seinen Namen nennen und ein Adjektiv, das mit dem selben Buchstaben beginnt und gut zur Persönlichkeit passt. Nach 'Crazy Caroline', 'Rigid Rajun', 'Boisterous Bob', 'Young Joerg' und anderen steht Karla auf. "Hello, I'm Karla, äh....", sie ringt nach Worten, ihr fällt einfach kein passendes Adjektiv ein, das mit K beginnt.
Stille, alle grübeln mit. Da ruft Rigid Rajun, als habe er eine Eingebung gehabt, in die Runde: "KINKY! Kinky Karla!"
- Oh, you wouldn't say that... .
"It just came to my mind, I don't know what this word means."
- Well, hm, actually, it means..., hm, it's okay in this context but... you shouldn'nt use it elsewhere.
Wir haben uns dann auf 'kind Karla' geeinigt, aber man weiß ja wie das ist, sobald so ein Name erstmal gefallen ist, ist es schwer, die implizierte Vorstellung durch eine andere, neue zu ersetzen... . Ich finde: ein Hoch auf 'Kinky Karla' und 'Rigid Rajun'!
Von 'Booby Bob' ganz zu schweigen.
Tuesday, January 29, 2008
Thursday, January 24, 2008
...
... fotos durchclicken, immer die gleiche darstellung, digicam, keine tiefenschärfe, mal blitz, mal ohne, schnell einen comment drunter schreiben, mouse loslassen, drei vier worte, weiter, fotos durchclicken, manchmal schauen, kurz nach unten scrollen, hat jemand comment gemacht, ne, clicken weiter. Dann ein foto von mir. Endlich mal was interessantes. Wie steh ich da, seh ich auch aus wie die anderen, pass ich rein, hoffentlich. Wer ist das. Wer ist da getagt? Hä, die? Die sieht aber auf dem foto ganz anders aus als in echt, log out, click switch, my friends, scrollscroll, thumbs für den überblick, writings on the wall, auch mal schnell was schreiben, einen comment da lassen, weiter, zurück zu dem gruppenfoto, wer is da noch drauf, mal anclicken, durchscrollen, und wieder ich, wie seh ich aus, bin ich gut getroffen? Endlich mal was interessantes. Previous, next, da wieder das foto von mir, da hab ich so fette unterarme, mmh, aber da seh ich besser aus, cool, wie in echt, wie die in der werbung die coolen, oha, sieht das geil aus, als ob voll die megastimmung gewesen wär, geil, previous, hm, die girls und ich, da hat jason die tina im arm, next, ah, da beim rumstehn, oh, da sieht tom lustig aus. Comment. Ah, verschrieben, backspace, backspace, so return, weiter. Scroll, next, und wieder das foto von mir, next, hm, previous, irgendwie seh ich da komisch aus, next, comment, oh, mal schauen, ob mails angekommen sind. Outlook, wiki, scroll. Zurück. Das foto von mir. Ich schneid mich aus, es wird mein profilbild. Sieht geil aus, ha.
Wednesday, January 23, 2008
Höhlengleichnis 2008
Gefesselt an den hölzernen Stuhl
auf Höhe Ground 4, Regal 17b/2
nicht den Vögeln, die draußen frei fliegen
aber den Schatten, die sie werfen aufs Blatt
fasziniert folgen.
Nachts, die Sterne,
und
der Vollmond
lässt das Schneefeld blau leuchten.
Ich, endlich sprachlos,
stehe davor.
auf Höhe Ground 4, Regal 17b/2
nicht den Vögeln, die draußen frei fliegen
aber den Schatten, die sie werfen aufs Blatt
fasziniert folgen.
Nachts, die Sterne,
und
der Vollmond
lässt das Schneefeld blau leuchten.
Ich, endlich sprachlos,
stehe davor.
Sunday, January 20, 2008
Heute ist wunderbares Wetter. Ich werde einen Spaziergang am See machen.

Der alte Weiher
Ein Frosch springt hinein
Oh! Das Geräusch des Wassers.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Die Vorbereitungen für das german grammar Tutorial morgen, wo ich ja Teaching Assistant bin, habe ich jetzt abgeschlossen.
Später kehre ich in die Bibliothek zurück, um noch ein bisschen an der Masterarbeit zu feilen. Das ist jetzt richtig schön, etwas in der Hand zu haben, nach so langer und Hirn zermarternder Arbeit. Aber es hat sich gelohnt. JungeJunge, was ich alles gelernt hab in dem Jahr.
Saturday, January 19, 2008
Betreff: Inititativbewerbung!
Sehr geehrte Frau Holle,
herzlichen Dank, dass Sie dem Vorschlag, einen Blick in meinen Blog zu werfen gefolgt sind. Auf dem untenstehenden Fotos sehen Sie mich bei der Morgengymnastik.
Wie ich in dem Ihnen vorliegenden Brief bereits geschrieben habe, habe ich von der freigewordenen Stelle im Schneemanagement durch eine Erzählung in der Sammlung der 'Grimmschen Märchen' gelesen. Nun, ich denke, dass ich diese Stelle gut besetzen könnte. Der Umgang mit Schnee, aber auch mit anderen Kaltwettererscheinungen wie Frost und Eis ist für mich zur täglichen Routine geworden, was Sie auch den anderen Bilddokumenten, wie dem angefügten Video (dem ich scherzhaft den Titel 'Eiskaltes Herz' gegeben habe) entnehmen können.
Über einen positiven Bescheid und baldigen Jobantritt würde ich mich freuen und verbleibe mit herzlichen Grüßen,
Ihr Joerg Hartmann.

herzlichen Dank, dass Sie dem Vorschlag, einen Blick in meinen Blog zu werfen gefolgt sind. Auf dem untenstehenden Fotos sehen Sie mich bei der Morgengymnastik.
Wie ich in dem Ihnen vorliegenden Brief bereits geschrieben habe, habe ich von der freigewordenen Stelle im Schneemanagement durch eine Erzählung in der Sammlung der 'Grimmschen Märchen' gelesen. Nun, ich denke, dass ich diese Stelle gut besetzen könnte. Der Umgang mit Schnee, aber auch mit anderen Kaltwettererscheinungen wie Frost und Eis ist für mich zur täglichen Routine geworden, was Sie auch den anderen Bilddokumenten, wie dem angefügten Video (dem ich scherzhaft den Titel 'Eiskaltes Herz' gegeben habe) entnehmen können.
Über einen positiven Bescheid und baldigen Jobantritt würde ich mich freuen und verbleibe mit herzlichen Grüßen,
Ihr Joerg Hartmann.

Friday, January 18, 2008
Take it easy, altes Haus!
Es wurde nach Bildern aus meinem Alltag gefragt. Ich bin dem nachgekommen und habe das Bild von der Bib und das von dem Muffin gepostet. Bilder des Alltags: mein Arbeitsplatz, an dem ich täglich sitze und die Nahrung, die ich täglich zu mir nehmen.
Bei genauerer Überlegung ist ein Alltag in der Fremde aber gar nicht möglich. Und daraus besteht ja der Witz der Reise: dem Alltag zu 'entfliehen', das Gewohnte zu verlassen, Neues zu erleben.
Dass ein längerer Aufenthalt fernab der Heimat jedoch kein bloßes Zuckerschlecken ist, wird mir nicht nur jeder, der selbst eine Zeit lang fremd gewesen ist, sondern auch die In-der-Heimat-allein-gelassenen bestätigen.
Ich möchte heute allen, die sich in einer solchen Situation befinden, etwas zurufen: "Leute, verzagt nicht! Für uns hält das Leben auch Trost bereit! Man ist für ihn empfänglich, sobald man einen gewissen Punkt überschritten hat und einfach nur noch laut lachen kann. Ab dann gilt:
Wednesday, January 16, 2008
Ein einsamer Handschuh

Er zeigt in Richtung Treppe. Ein Hinweis? Von wem? Möglicherweise für mich bestimmt? Was tun? Dem Irsinn nachgeben, dem Zeichen folgen oder -vernünftigerweise- daran vorbei gehen?
Das Eichhörnchen heißt Marianne und ist eigentlich aus Deutschland.

Die dunkle Fellfarbe ist lediglich eine Tönung aus dem DM Markt im Famila Center Heidelberg/Rohrbach. Glaube ich zumindest, denn so ganz genau habe ich Marianne nicht verstanden. Nunja, es hat mich auf jeden Fall gefreut, jemanden aus der Heimat hier zu treffen. Außerdem hat Marianne mich eingeladen, heute abend mit ihr und ein paar Kollegen aus der Nagerkolonie unter der Platane bei der Bib einige echt harte Nüsse zu knacken. Das ist doch nett, oder? Also, ich werde da sein.
Sunday, January 13, 2008
Bilder des Alltags: Fruit Explosion!

Man könnte Wort verlieren über die synästhetische Metaphorik dieses unter dem Namen "Fruit Explosion" verkauften Muffins, aber kein Text der Welt kann das sinnliche Vergnügen ersetzen, das Dich beim Reinbeißen in dieses Gebäckstück überwältigt. Altaaaaaa!!
Schöne Bilder (!) für ein solches Geschmackserlebnis zeigt der auch sonst luschdige Disney Film "Ratatouille" - mein Tip für alle außerhalb Kanadas, die ja sonst nichts zu lachen haben, denn soweit ich weiß, wird die "Fruit Explosion" ausschließlich hier verkauft.
Saturday, January 12, 2008
Profondo Rosso oder: "Kein Thrillerkino ist erotischer als das italienische"
Profondo Rosso, Italien 1975, Regie: Dario Argento. Darsteller:
David Hemmings, Daria Nicolodi e.a. Musik: Goblin.
David Hemmings, Daria Nicolodi e.a. Musik: Goblin.
Ja, ich hab mich hinreißen lassen zu bloggen. Was solls. Hier also das Intro eines schrecklich schönen Films [und, so füge ich später hinzu, ich habe mich auch dazu hinreißen lassen, eine kurze Analyse zu verfassen]. Zu sehen ist die Eingangssequenz von 'Profondo Rosso', einem Film mit dem Dario Argento das Genre des Giallo-Splatters neu definierte. Alle thematischen und stilistischen Elemente, die diese Gruppe italienischer Krimis der 60er und 70er Jahre ausmachen sind in dem kurzen Stück angedeutet.
Analyse der Eingangssequenz:
Beschreibung Teil I: Kinderzimmer/Schreckenskammer?
Der intime Blick der Kamera, mechanisches Auge, das vom Zuschauer als eigenes akzeptiert wird, fährt in zärtlicher Betrachtung eine Reihe von Gegenständen ab. Zu sehen: eine Puppenwiege, plötzlich gewaltsam umgestossen von einer auf sie geworfenen Kugel. Woher kommt sie? Wer warf sie? Warum? Eine Voodoo Puppe, eine Kinderzeichnung, die -Irritation- eine erstochene Frau zeigt, dann die inzwischen zur Ruhe gekommene Kugel, reflektierend metallisch, in dieser Eigenschaft hinüberleitend zum Messing einer indischen Götterstatue und weiter gleitend über geflochtene Wollfäden.
Interpretation Teil I: Ästhetizismus und Selbstreflexion
Die eingangs verwendete Einstellungsgröße der Detailaufnahme verwehrt dem Zuschauer den Blick auf das Ganze, dies ein typisches Mittel um Spannung zu erzeugen, effektiv, aber nichts Neues. Gleichzeitig jedoch erfolgt mit dieser, für die Handlung nicht notwendigen Fokussierung auf ästhetische Details eine Zelebration der Faszination Kino, seiner Farben und Formen. Die nun folgende Kamerafahrt vollführt ein luxuriöses Schwelgen im L`art pour l`art par, die Gegenstände scheinen lediglich um ihrer selbst willen da.
Bis dahin: keine Handlung im Film. Trotzdem provoziert die Kamerafahrt die Konstruktion einer Story im Hinterkopf des Zuschauers. Zusammenhänge werden anhand ausgelöster Assoziationen gedacht, überprüft, verworfen, neu konstruiert. Orientierung über den Sinn des Gezeigten wird gesucht. In welchem größeren Raum stehen die Gegenstände? Wo befinde ich mich, warum sieht mein Auge, was es sieht? Was ist um mich herum? Die Makroeinstellung der Kamera verrät nichts. Die Auslegungsarbeit des Hirns aber ist in vollem Gange. Kindheit-Gewalt-Exotismus. Ein Gefühl wird induziert, vage Vermutung in welche Richtung der Film gehen könnte, aber weit davon entfernt, benannt werden zu können.
Was hat es nun mit Kugel und Zopf auf sich? Ich glaube, diese beiden Gegenstände gehören dem zur Schau gestellten selbstreflexiven Moment des Kinos an. Im Glanz der metallenen Kugel müsste sich bei genauerer Betrachtung die Kamera widerspiegeln, die Kamera, das Auge des Zuschauers, der gemeinsam mit der Kugel in die Welt des Films geworfen wurde. Ähnlich, der Zopf: er steht allegorisch für die kognitive Leistung des Rezipienten Handlungszusammenhänge aus symbolisch aufgeladenen Einzelgegenständen zu konstruieren. Dieser, metaphorisch als 'Verflechtung' bezeichnete Vorgang findet im Zopf sein konkretes Bild.
Zur Murmel. Ich kenne die kunstgeschichtliche Tradition ihrer Verwendung als Motiv nicht, nehme aber an, dass es eine solche gibt und dass diese in Zusammenhang mit Ästhetizismus, Art deko, vielleicht Barock steht. Ein Gegenstand erlesener Schönheit, deren Sinn sich im Spiel erfüllt, Zeitvertreib für unbeschwerte Kindheit oder Luxus einer Gesellschaftschicht, die nicht dem kapitalistischen Diktat unterworfen ist.
Beschreibung Teil II: Inszenierung des Stars
Und dann setzt die Handlung ein. Die Hand-lung, wieder konkrete Darstellung der, wie soll man es sagen? dramaturgischen Metapher? der filmischen Erzählung? Eine schwarz behandschuhte Hand greift nach einer nackten Puppe, entfernt sie aus dem Blickfeld, unbeirrt von diesem Ein-Griff schwebt die Kamera weiter, eine verstümmelte Teufelsfigur, der ein Auge fehlt ist zu sehen, dann wieder Murmeln. Die Musik, über die hier bisher noch nicht geschrieben wurde markiert in ihrem nun ansetzenden crescendo den vorläufigen Höhepunkt: Der Höhepunkt: Ein sich in den Blick des Zuschauers schiebendes Messer, blitzende Klinge, sich reflexartig verkleinernde Pupille. Dann die Inszenierung des Stars, unter der Lupe und somit in Bildschirm füllender Großaufnahme, näher kann die Kamera nicht ran, ohne sich die Nase zu stoßen, das Messer!
Interpretation II: Die Erotik des Messers
Die visuelle und akustische Stilisierung, die Fetischisierung des phallischen Gegenstands, der Hieb- und Stichwaffe 'Springmesser' in Worte zu fassen, müsste im schimmernden Modus galanter Lyrik erfolgen.
Oder, wie Christian Keller es in seinem Genre-Überblick auf den Punkt bringt "Kein Thrillerkino ist erotischer als das italienische". http://christiankessler.de/giallo1a.html.
Die Kamerafahrt wird nicht unterbrochen , der Blick schweift über ein neben diesem Messer liegendes weiteres, gleicher Bauweise, doch deutlich kleiner und in die entgegengesetzte Richtung weisend. Pfeilartiges Hinweissschild, das die Assoziation: 'Schnitt' weckt und die sich, ehe solches gedacht, wird im Cut! auf die Nahaufnahme eines Auges umgesetzt sieht. Man denkt an Bunuel, Dali den andalusischen Hund, doch was zum Auge geführt wird ist Kosmetik, ein Kajalstift. Das eben noch gezeigte Messer, das Stiletto, die Waffe einer Frau? Oder wieder selbstreflexive Betonung, Unterstreichung des kinematographischen Blicks?
Fazit: Destillierte Essenz als abschließender Kommentar
Das Intro beschreibt die Poetologie des Giallo-Krimis und verwendet dazu Bilder, die stellvertretend für die typische Handlung dieser Exploitationfilme stehen. Typische Handlung: ein in der Kindheit traumatisierter Mörder treibt sein Unwesen indem er, schwarz behandschuht, mit langen Messern attraktive Frauen ersticht, was eine detektivische Verfolgungjagd auslöst, die nach Aufdröselung eines vertrackten Plots am Ende einen Täter präsentiert, auf den man 'im lewe net' gekommen wäre. Doch irgendwann heißt es "...die Polizei begreift das auch" (Zitat von '2Strong', einer deutschen Rapgruppe der 90er, die die Eingangsmusik als Sample für eines ihrer Lieder verwendet hat). Die Krimihandlung ist dabei nur ein Teil des Vergnügens, denn in die Ausgefeiltheit der formalen Aspekte wird viel Mühe gesteckt, wie das Intro selbstreflexiv vorführt.
Dario Argento dreht diese Sequenz 1975, also knapp zehn Jahre nach dem Entstehen des Giallo-Genres, als dessen Begründer Mario Bavas 'Blutige Seide' 1963 angesehen wird. Die Konventionen hatten sich bereits soweit gefestigt, dass Argento ein Überblick über das stilistisch-thematische Arsenal einer, viele Einzelfilme umfassenden Gruppe von Filmen, in dieser kurzen, mit einfachsten filmischen Mitteln realisierten Sequenz gelingen konnte. Das Intro als Fazit, destillierte Essenz als abschließender Kommentar zu einem ganzen Genre. Was aber bleibt nun dem eigentlichen Film zu zeigen übrig?
Thursday, January 10, 2008
Joerg Maynard... wer war Joerg Maynard
...eine weitere Kurzreportage aus Kingston in der Tradition der One-Reeler, kein Schnitt, keine Story, das vorgefundene als das gezeigte. Keine Zeit für Montage, Hintergrundmusik, Dramaturgie. Die See, aufgewühlt, ruppig, Wellen schlagen auf das betonierte Ufer ein, zerbrochene Platten, Wasteland, undefinierter Grenzbereich. Gischt spritzt ins Gesicht, eiskalt, rote Bäckchen. Der Trick ist, sich das Leben nicht vom Wetter diktieren zu lassen. Selbst rufen, "es ist kalt, meine Mauken frieren ab!" und in der Beschreibung Herr werden. Lange Unterwäsche, astronautenartige Vermummung, Moonboots, oder, wie man in Zuze sagt: "Monnbotts". Das Raue als Anlass Lyrik zu verfassen, den Kontrast herzustellen, besser, die Synthese zwischen sturmgepeitschter See und gefährdetem Leben im zerbrechlichem Wortgebilde zu schaffen, greifbar nahe, doch auch hier: keine Zeit, die Idee im Text real werden zu lassen. Diese Prosa, Fließtext, rinnender Sand im Eierglas des Lebens, hilfloser Versuch, das doch geschriebene, hier zu lesende, paradox werden zu lassen. Und für den, der noch mehr Lebenszeit zu investieren vermag, die schöne, wie ein Drehbuch wirkende und ganz in der Nähe von Kingston angesiedelte Ballade von Theodor Fontane über und in der Hauptrolle mit John Maynard.
John Maynard
John Maynard!
"Wer ist John Maynard?"
"John Maynard war unser Steuermann,
Aus hielt er, bis er das Ufer gewann,
Er hat uns gerettet, er trägt die Kron',
Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard."
Die "Schwalbe" fliegt über den Erie-See,
Gischt schäumt um den Bug wie Flocken von Schnee;
Von Detroit fliegt sie nach Buffalo -
Die Herzen aber sind frei und froh,
Und die Passagiere mit Kindern und Fraun
Im Dämmerlicht schon das Ufer schaun,
Und plaudernd an John Maynard heran
Tritt alles: "Wie weit noch, Steuermann?"
Der schaut nach vorn und schaut in die Rund:
"Noch dreißig Minuten ... Halbe Stund."
Alle Herzen sind froh, alle Herzen sind frei -
Da klingt's aus dem Schiffsraum her wie Schrei,
"Feuer!" war es, was da klang,
Ein Qualm aus Kajüt und Luke drang,
Ein Qualm, dann Flammen lichterloh,
Und noch zwanzig Minuten bis Buffalo.
Und die Passagiere, bunt gemengt,
Am Bugspriet stehn sie zusammengedrängt,
Am Bugspriet vorn ist noch Luft und Licht,
Am Steuer aber lagert sich´s dicht,
Und ein Jammern wird laut: "Wo sind wir? wo?"
Und noch fünfzehn Minuten bis Buffalo. -
Der Zugwind wächst, doch die Qualmwolke steht,
Der Kapitän nach dem Steuer späht,
Er sieht nicht mehr seinen Steuermann,
Aber durchs Sprachrohr fragt er an:
"Noch da, John Maynard?"
"Ja,Herr. Ich bin."
"Auf den Strand! In die Brandung!"
"Ich halte drauf hin."
Und das Schiffsvolk jubelt: "Halt aus! Hallo!"
Und noch zehn Minuten bis Buffalo. - -
"Noch da, John Maynard?" Und Antwort schallt's
Mit ersterbender Stimme: "Ja, Herr, ich halt's!"
Und in die Brandung, was Klippe, was Stein,
Jagt er die "Schwalbe" mitten hinein.
Soll Rettung kommen, so kommt sie nur so.
Rettung: der Strand von Buffalo!
Das Schiff geborsten. Das Feuer verschwelt.
Gerettet alle. Nur einer fehlt!
Alle Glocken gehn; ihre Töne schwell'n
Himmelan aus Kirchen und Kapell'n,
Ein Klingen und Läuten, sonst schweigt die Stadt,
Ein Dienst nur, den sie heute hat:
Zehntausend folgen oder mehr,
Und kein Aug' im Zuge, das tränenleer.
Sie lassen den Sarg in Blumen hinab,
Mit Blumen schließen sie das Grab,
Und mit goldner Schrift in den Marmorstein
Schreibt die Stadt ihren Dankspruch ein:
"Hier ruht John Maynard! In Qualm und Brand
Hielt er das Steuer fest in der Hand,
Er hat uns gerettet, er trägt die Kron,
Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard."
lebendes fossil im fusseligen leben
...aufgenommen in der Waschküche im Keller meines viktorianischen Manors. Zu sehen: die Decke. Ich frage mich nicht, woher die vielen Fussel kommen, die Quelle ist eindeutig der altmodische Wäschetrockner in der Ecke links (nicht auf dem Foto). Ich frage mich aber, seit wann die Befusselung der Decke statt findet. Ein archäologisches Interesse ist geweckt, sollte ich eine Pinzette kaufen? Ausgrabungen beginnen, die den gestreckten Hals, nicht den zur Erde gekrümmtem Rücken fordern? Was befindet sich hinter (hier: über, nicht unter) der Wolkendecke grauer Flausen? Gemälde der Queen? Gar Inuit-Inschrift? Himmelsbetrachtung als Weg, die Vergangenheit zu entdecken, aktueller denn je, gerade jetzt, wo die Zukunft des Hubble Teleskops in den Sternen steht.
Tuesday, January 8, 2008
Monday, January 7, 2008
Friday, January 4, 2008
Thursday, January 3, 2008
Kingston... im Sommer

und so pittoresk solls hier im Sommer aussehen. Im Moment gebaerdet sich das Gesicht der Stadt aber ganz anders, soviel Weiss als waer der Farbdrucker kaputt. Hier ist kalt und Schnee... aber sowas von! -22 grad, 20 cm Schnee. Klimawandel? Ozonloch? Ich mein Hallo...gehts noch? Trotz allem gibt es Salat und Obst im 24/7 Markt, das Ueberleben scheint gesichert. Ach ja, naechste Woche soll es 12 Grad werden...plus. Klimawandel? Ozonloch? Ich mein Hallo...gehts noch?
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